Gottesdienst zu Rogate aus der Martinskirche Ohmenhausen: Thema: Vater Unser

Gottesdienst zum Sonntag cantate (10.5.) aus der Martinskirche Ohmenhausen

Gottesdienst zum Sonntag Jubilate, am 3.5.20 aus Ohmenhausen (Pfarrer Zürn)

Gottesdienst am 26.4. aus Bronnweiler (mit Pfarrerin C. Wandel, B. Heissel Orgel/Klavier, S. Holtzhaußer Gesang)

youtu.be/6AvrXHA5Ajs

Ostergottesdienste aus Bronnweiler, Gönningen und Ohmenhausen

Auf unserem Youtube-Kanal finden Sie für Ostern gleich drei Gottesdienste:

den oben angezeigten aus Bronnweiler, mit Christine und Simon Wandel zum Predigttext von Ostermontag (Lk 24), begleitet von Beate Heissel an der Orgel: youtu.be/Ss9zw2xS-Mo (diesen können Sie auch gern auf CD oder "Papier" bei uns anfordern.)

aus Ohmenhausen mit Heiko Zürn zum Predigttext von Ostersonntag (1 Kor 15), begleitet von F.-P.-Schneider und Leila Zürn: youtu.be/IfSCm1Nzo7M

aus Gönningen mit Heiko Zürn und Brigitte Zirngibl, begleitet von Eberhardt Becker youtu.be/2bV4gCIiPyw

Gottesdienst zum Tulpensonntag mit Prädikantin Brigitte Zirngibl aus Gönningen

Gottesdienst an Karfreitag mit Pfarrer Heiko Zürn aus Ohmenhausen

youtu.be/OidCHynK1VY

Gottesdienst für den Palmsonntag: Pfarrerin H. Hansis aus der Marienkirche, mit Beate Heissel an der Orgel

Gottesdienst zum Gründonnerstag mit Prädikantin Brigitte Zirngibl aus Gönningen

Gottesdienst mit Pfarrerin Wandel auf youtube

"Im Namen Gottes, des Vaters des Sohnes und des Heiligen Geistes" - Gottesdienst feiern geht auch so. Im Video finden Sie einen gemeinsamen Psalm, ein Eingangsgebet, die Predigt und ein Gebet im Anschluss. Vorher wird das Lied "in dir ist Freude " vorgeschlagen (EG 398), danach "Von guten Mächten" (EG 541). Während des Gottesdienstes wird Psalm 121, EG 749 gebetet.
Hier finden Sie den Gottesdienst in eine "Playlist" eingebettet, mit vorgeschlagenem Lied vor und nach dem gesprochenen Wort.

Predigt vom 15.3. 2020

Predigt für den 3. Sonntag der Passionszeit, Sonntag Okuli in Bronnweiler
(Prädikantin Kerstin Leonhardt)

Uner heutiger Predigttext ist überschrieben mit "Sich ganz auf Jesus einlassen.". Er steht in Lukas 9, die Vere 57 bis 62. Dies sind die Worte aus der Basisbibel:

Sich ganz auf Jesus einlassen

Unterwegs sagte jemand zu Jesus: »Ich will dir folgen, wohin du auch gehst!«
Jesus antwortete ihm: »Die Füchse haben ihren Bau und die Vögel haben ihr Nest.
Aber der Menschensohn hat keinen Ort, wo er sich ausruhen kann.«

Einen anderen forderte Jesus auf: »Folge mir!«
Aber der sagte: »Herr, erlaube mir, zuerst noch einmal nach Hause zu gehen
und meinen Vater zu begraben.«
Aber Jesus antwortete ihm: Ȇberlass es den Toten, ihre Toten zu begraben.
Du aber geh los und verkünde das Reich Gottes.«

Wieder ein anderer sagte zu Jesus: »Ich will dir folgen, Herr! Doch erlaube mir,
zuerst von meiner Familie Abschied zu nehmen.«
Aber Jesus sagte zu ihm: »Wer die Hand an den Pflug legt und dabei zurückschaut,
der eignet sich nicht für das Reich Gottes.«

Soweit der Predigttext.

 

Sich ganz auf Jesus einlassen, das klingt´nach einem guten Gedanken, einer guten Idee.
Das klingt so einfach.

Als diese Menschen Jesus begegnen, da ist Jesus bekannt wie ein bunter Hund. Er hat gerade ein Kind geheilt. Das spricht sich rum, darüber reden die Menschen. In ihrer Begeisterung wollen sich die Menschen Jesus anschließen, ihm auf seinem Weg folgen.

Wenn jemand sagt: "Herr ich will dir nachfolgen.", da hätte ich erwartet, dass Jesus sich freut, dass ihn einer begleiten will. Sein Tun hat sich rumgesprochen, viele wollen dazugehören, in seiner Nähe sein. Aber so reagiert Jesus nicht.

Das es nicht leicht wird, das scheint der Sprecher schon zu ahnen, dass es ein Weg wird mit herausfordernden Hindernissen, er sagt: »Ich will dir folgen, wohin du auch gehst!«
Jesus erwidert:  »Die Füchse haben ihren Bau und die Vögel haben ihr Nest. Aber der Menschensohn hat keinen Ort, wo er sich ausruhen kann.« D. h. es kommt noch schlimmer: Es scheint ein Weg ohne Ziel zu werden, ein Weg ohne Heimat. Jesus weiß schon, was auf ihn zukommen wird. Er weiß, dass es nicht leicht wird, zu ihm zu halten. Er scheint zu sagen: "Das wird kein Ausflug. Weißt du eigentlich, worauf du dich da einlässt?"
Wird er es - trotz Hindernissen - wagen, mit Jesus zu gehen?

Sicher kennen Sie das auch: Sie treffen bei Ihrem Sonntagsspaziergang auf ein Stück Weg, dass total matschig ist. Rechts geht es nicht vorbei und links geht es gar nicht. Der Boden ist total aufgeweicht, der ganze Weg steht unter Wasser. Ja, als Spaziergängerin oder Spaziergänger, da kann man sich leicht entscheiden: Umdrehen und einen trocken Weg suchen.

Aber auf einem Weg mit Jesus, da ist das nicht so einfach. Da kommen Wegstrecken, die nicht so einfach sind, bei denen kann man nicht einfach umkehren. Diese Wegstrecken sie gehören dazu.

Vielleicht haben Sie das auch schon erlebt. Sie bekennen sich zu Jesus und ihre Umweg reagiert iriitiert, sie werden schief von der Seite angeschaut. "Wie du gehst in die Kirche? Ich dachte macht heute keiner mehr." "Gott, Glauben, das ist doch alles wissenschaftlich widerlegt." "Ne, oder?"

Wenn wir uns zu Jesus Christus bekennen, dann werden wir manchmal belächelt oder sogar ausgelacht. An dieser Stelle ist jede und jeder Einzelne von uns gefragt: Wollen wir trotzdem mit Jesus weitergehen?

Den zweiten Menschen im Predigt fordert Jesus auf "Folge mir nach!" Jesus scheint ihn für geeignet zu halten. Der Mensch fühlt sich vielleicht geschmeichelt, dass er mit soll. Er freut sich und ja er will nachfolgen, aber ....  Aber, er hat noch was ganz Wichtiges zu erledigen; er sagt; "Herr, ich will dir folgen, aber ...  Aber erlaube mir, dass ich zuvor noch meinen Vater begrabe." Dieser Mann er weiß, was sich gehört. Das wird als Sohn von ihm erwartet, dass er seinem Vater beerdigt. Jesus sieht, dass der zweite Mann im Zwiespalt ist.

 Jesus sieht auch, dass wir uns selbst oft im Zwiespalt befinden:
Ich will ja glauben, aber ...
- ich will auch ein gutes Leben
- ich will auch von meinem Mitmenschen geachtet werden
- ich will auch ein sicheres Auskommen
- ich will es auch im Leben möglichst einfach haben

Wir wollen immer alles, immer einen doppelten Boden, immer die totale Absicherung.

Ich will ja glauben, aber ....

Heißt nicht Glauben auch Vertrauen, Vertrauen zu Jesus:
"Jesus ich gehöre zu dir, zeig du mir den richtigen Weg. Gib du mir die Antworten auf meine Fragen."

Vielleicht hat der Dritte gut zugehört, vielleicht denkt er, er macht es nun ganz richtig, er stellt nur eine winzig kleine Bedingung. Das kann er ruhig, da merkt Jesus dann, dass man sich auf ihn verlassen kann. Er sagt:" Ich komme mit, aber ich will mich noch kurz verabschieden; ich will nur kurz Bescheid sagen, wo ich hingehe, damit sich meine Lieben zuhause keine Sorgen machen." Aber auch das lehnt Jesus ab. Warum macht er das?

Vielleicht ahnt er, dass der Weg nach Hause, ein Weg der Zweifel ist. Wenn die Lieben sagen: "Wie kannst du nur?" "Du kannst doch nicht einfach alles stehen und liegen lassen. Du hast dir hier doch was aufgebaut. Und das alles für diesen Jesus?"

Ja, das alles für diesen Jesus. Jesus nachfolgen, das heißt auch immer auf etwas verzichten. Das heißt auch immer etwas zurücklassen. Denn: Alles geht nicht. Manchmal bleiben Gegenstände zurück, liebe Gewohnheiten, manchmal familiäre Bindungen, Manchmal Menschen oder Pläne oder auch Erfolgsaussichten. Alles geht nicht.

Jesus sagt: »Wer die Hand an den Pflug legt und dabei zurückschaut,
der eignet sich nicht für das Reich Gottes.«

Jesus fordert eine schnelle Entscheidung, ohne Wenn und Aber.

Schnelle Entscheidungen. Wir befinden uns gerade in Zeiten von sehr schnellen Entscheidungen. Der Corona-Virus ist allgegenwärtig. Als Kirchengemeinderat haben wir in Oferdingen am Donnerstag Veranstaltungen, Gruppen und Kreise abgesagt; den Flötenkrei, die Krabbelgruppe, den Frauenabend, den Posaunenchor, die Jungschar, die Kinderkirche. Schweren Herzen. Wir haben auch ein Treffen des Kirchenbezirksausschusses in unserem Gemeindehaus abgesagt. Wir haben mit viel Kritik gerechnet; Aber am Freitag war das bereits überholt und es hieß von allen Seiten: ihr habt richtig gehandelt.

Das öffentliche Leben kommt gerade zum Erliegen. Unser Gemeindehaus in Oferdingen bleibt bis 3. Mai geschlossen. Auch bei Ihnen fällt heute der Gottesdienst aus.

Wir alle tun Dinge, die noch vor wenigen Tagen unvorstellbar waren.

Befinden wir uns auf einer unbequemen Wegstrecke?

Im Moment müssen wir alle an uns halten, dass wir nicht auch anfangen zu hamstern und Lebensmittel zu horten; das fällt schwer, wenn man sieht, das Menschen Nahrung in Massen horten. Nahrung, die am Ende vielleicht niemand isst, weil sie schlecht wird. Nahrung, die dann an anderen Stellen fehlt. So wie dringend benötigte medizinische Materialien nun in Schränken in unseren Haushalten ungenutzt herum liegen, statt in Arztpraxen und Kliniken; statt dort, wo helfen zu können.

Bischof July hat am Freitag an die Gemeinden geschrieben: "Als Glaubende in diesen Tagen wollen wir nicht gleichgültig sein. Auch und gerade heute bejahen wir unsere Verantwortung vor  Gott und den Menschen." "Von Gottes Zusage getragen, reagieren Christinnen und Christen ... nicht in ängstlicher Hysterie, sondern durch ein besonnenes und beherztes Handeln zugunsten des Wohls aller unserer Nächsten."

Das verstehe ich unter der Nachfolge Jesu. Dass wir nicht schauen, dass alleine unsere eigenen Keller und Schränke gefüllt sind und wir "noch etwas abbekommen".
Gibt es sie nicht mehr, die christliche Idee des miteinander Teilens?

Auch Dekan Keinath hat ein Schreiben verfasst, er schreibt:
"Es ist mir ein dringendes Gebetsanliegen, dass Sie, Ihre Familien und Angehörigen, dass wir alle wohlbehütet und gesund bleiben. Ich hoffe sehr, dass es uns gelingt, angemessen die jeweils entstehenden Entscheidungen zu treffen und bei aller Ungewissheit nicht in einen Geist der Furcht zu verfallen, sondern mit Besonnenheit, Nächstenliebe und Kraft agieren."

Besonnenheit, Nächstenliebe und Kraft

Wir in unseren Gemeinden müssen in den nächsten Tagen auf viel Gemeinschaft, auf Zusammensein verzichten, auf die Gruppen und Kreise, die das Gemeindeleben bunt und schön machen.

In der Gesellschaft müssen wir auch auf viel verzichten, auf Verwandtschaftsbesuche, Krankenbesuche, die Jugend auf Schulbesuche. Es gibt kein Museum, kein Kino, kein Schwimmbad, geschlossene Bibliotheken, keine Reisen in viele Länder  - man spricht von der Coronapause.

Aber worauf wir nicht verzichten müssen, dass ist, das wir Nächstenliebe üben können.
Worauf wir nicht verzichten, dass ist das wir die Ideen Jesus leben.

Wir können den Nachbar helfen, wenn sie selber nicht können. Also z. B. für Menschen aus Risikogruppen einkaufen gehen; auf Kinder aufpassen, dort wo beide Eltern arbeiten müssen. Wir können für unsere Mitmenschen beten oder dafür, dass das alles einen guten Ausgang findet. Viele Termine sind abgesagt, vielleicht nutzen wir die Zeit zum Spielen mit den Kindern oder zum Bibellesen. Oder wir nutzen die Zeit dazu, Menschen, die alleine oder verunsichert sind, am Telefon Mut zusprechen.

Sicher haben viele von Ihnen Ideen, wo sie wie tätig werden können.

Ja, wir müssen uns neu sortieren. Nicht nur unser Gemeindeleben, das Leben von jeder und jedem Einzelnen von uns sieht gerade ganz anders aus als noch vor ein paar Tagen. Wir müssen uns ein Stück weit darauf einlassen. Da hilft es wenig zu klagen, dass bis vor ein paar Tagen alles noch ganz anders, noch viel besser war.

Jesus sagt: »Wer die Hand an den Pflug legt und dabei zurückschaut,
der eignet sich nicht für das Reich Gottes.«

Wer die Hand an den Pflug legt, der hat vor kraftvoll zuzugreifen. Und das sollen wir.
Wir wollen Jesus nachfolgen, mit Kraft, Besonnenheit und Nöchstenliebe im Herzen

auch in Zeiten von Corona.

Und Gotte helfe und dabei.

AMEN

 

 

 

 

 

Den Gottesdienst zum Nachhören- hier der ganze Gottesdienst vom 8.3.2020, mit Posaunenchor und Orgel

...und hier nur die Predigt und das anschließende Lied vom 8.3.