Geschichte der Marienkirche

Die Marienkirche in der Mitte Bronnweilers wurde vermutlich im 13. Jahrhundert erbaut. Bei Ausgrabungen in den 1960er Jahren wurden in der Kirche Reste einer noch älteren Kirche gefunden.

Die Wände des Kirchenschiffes sind mit Fresken bemalt, die in mehreren Schichten übereinander liegen und daher nur teilweise freigelegt sind.

Im 15. Jahrhundert wurde das Kirchenschiff erweitert - um einen aufwändig gestalteten gotischen Chor und den Glockenturm. Im Jahr 2015 feierte die Gemeinde das 600. Jahr der Fertigstellung des Chores. Im Chor steht ein hölzernes Chorgestühl aus der Anfangszeit, welches mit Schnitzereien reich verziert ist.

Besichtigung der Marienkirche

Die Marienkirche ist normalerweise geschlossen, um die mittelalterlichen Fresken vor Vandalismus zu schützen. Sonntags ist die Kirche nach dem Gottesdienst (ca. 10:30 Uhr) bis zur Dämmerung geöffnet und kann besichtigt werden. Schließzeit bis zur Zeitumstellung (31.10.) ist um 17:00 Uhr, nach der Zeitumstellung um 16:00 Uhr.

Wenn Sie die Kirche zu einer anderen Zeit besichtigen möchten oder an einer Führung für eine größere Gruppe interessiert sind, kontaktieren Sie das Gemeindebüro oder das Pfarramt. Am einfachsten per E-Mail.

 

 

Sanierung des Chorbaus der Marienkirche (Juli 2014 - Mai 2015)

Nisthöhle in einem Strebepfeiler

Beim Entfernen der schadhaften Abdecksteine fand man dahinter Hohlräume und Nisthöhlen, die beseitigt werden mussten.

Das Dach des Chorbaus

Das eingerüstete Dach des Chorbaus

Werkzeug auf der Baustelle

Eimer und Werkzeug auf dem Gerüst des Chorbaus

Baugerüst um den Chorbau

9 Monate lang war der Chorbau der Marienkirche vom Baugerüst umgeben.

Neuer Abdeckstein

Ein neuer Abdeckstein wird mit einem Flaschenzug nach oben gezogen

Neue Abdecksteine mit Bleifugen

Die neu eingesetzten Abdecksteine wurden mit Blei verfugt und halten hoffentlich wieder ein paar hundert Jahre dicht.

Alte Abdecksteine

Die alten Abdecksteine waren über die Jahrhunderte verwittert und porös geworden.

Fertig sanierter Strebepfeiler

Zum Vergleich ein fertig sanierter Strebepfeiler.

Vom Juli 2014 bis zum Mai 2015 wurde der Chorbau der Marienkirche Bronnweiler umfangreich saniert. Nachfolgend werden die wichtigsten Schritte beschrieben.

In den zurückliegenden 600 Jahren (!) hatten die mehr oder weniger sauren Niederschläge den Abdecksteinen der sieben Strebepfeiler zugesetzt. Die anfänglich vorhandenen, etwa 5 cm breiten Überstände der Abdecksteine haben verhindert, dass Niederschlagswasser in den Putz des senkrechten Mauerwerks eindringen kann. Sie waren in Laufe der Zeit allerdings nahezu vollständig abgewittert und Wasser ist in den Putz eingedrungen. Durch „Frost-Tau-Wechsel-Effekte“ ist schließlich der durchfeuchtete Putz dann regelrecht vom Mauerwerk abgeplatzt – teilweise als Platten in Quadratmeter Größe.

Ein eindrucksvolles, 5 Etagen hohes Baugerüst aus Hunderten von Einzelteilen ummantelte 9 Monate lang den Chor der Bronnweiler Kirche.
Die Chorapsis mit ihren 4 abgewinkelten Wandflächen an der Ostseite sowie der Vorsprung des Treppentürmchens an der Nordseite und das natürliche Hindernis des Mammutbaumes an der Südseite stellten eine besondere Herausforderung für die Gerüstbauer dar.

Nach dem Stellen des Baugerüstes entdeckte man Schäden am Chordach. Die vermörtelten Gratziegel waren zu einem erheblichen gelockert und mussten in aufwändiger Handarbeit ersetzt und neu vermörtelt werden. Bei der Steilheit des Chordaches war dies eine schwierige und nicht ungefährliche Arbeit. Das an diesen Stellen eingedrungene Regenwasser hatte bereits die Dachlattung so in Mitleidenschaft gezogen, dass sie erneuert werden musste.

Die Steinmetze der Fa. Stein und Restauration erstellten im Frühjahr 2014 die Schadensermittlung und legten fest, an welchen Stellen die Abdecksteine zu ersetzen waren. Die über den Sommer im Steinbruch bestellten und vorgefertigten Steine passten nahezu perfekt und konnten bis zur Winterpause zügig eingesetzt werden. Nach dem Einpassen und Einmauern der neuen Steine wurden die oben liegenden Fugen abschließend mit Blei verfugt. Sie bilden eine abdichtende homogene Sperre, wodurch keine Feuchtigkeit mehr in das Mauerwerk eindringen kann.

Noch im Herbst 2014 konnten auch Verputzarbeiten an den Seiten wänden der Strebepfeiler erledigt werden: die schadhaften und losen Putzflächen wurden komplett abgetragen und danach ein Spezialputz aufgebracht, der optimal mit dem alten Mauerwerk harmoniert.
Während der Winterpause von November 2014 bis Anfang April 2015 ruhten die Renovierungsarbeiten. Ein abschließender Anstrich im Mai 2015 für den gesamten Chorbau rundeten die gelungenen Sanierungsarbeiten ab.

Der Kirchengemeinderat beauftragte den in der Sanierung sakraler Bauten sehr erfahren Architekten Albert Hörz aus dem Büro Riehle & Assoziierte, Reutlingen mit der Ausschreibung und Begleitung der Baumaßnahme. Mit Kosten in Höhe von 105.000 Euro bekam die Sanierungsmaßnahme allerdings eine Dimension, die man aus dem „so von unten betrachteten“ Schadensbild nie und nimmer hätte erwarten wollen. Aus den anfänglichen 105.000 Euro sind durch die Sanierung des Chordaches runde 140.000 Euro geworden.